Die Tunnel der "Sauschwänzlebahn"

Bohrmaschine

Ähnlich wie die Brücken sind Tunnels eine unerlässliche Hilfskonstruktion zur Führung vieler Bahnstrecken. Schon Ägypter und Römer wandten die Technik der Unterquerung für Straßen und Wasserwege an. Entscheidend aber ist die (beherrschbare) Länge. Mit der Länge kann sich der Druck stark verändern, unbekannte Bergschichten oder Wassereinbrüche können den Tunnelbau beeinträchtigen. Während der großen Eisenbahnbauphase waren Tunnelbauten deshalb oft mit Verlusten an Menschenleben verbunden. Auch hier haben erst neue Bautechniken und die Ausgestaltung mit Stahlbeton Verbesserungen gebracht. Angesichts der Tunnelgiganten wie des Kanaltunnels (51 km) und des japanischen Seikan-Tunnels zwischen den Inseln Honshu und Hokkaido (54 km) scheint der Tunnelbau heute ganz unromantisch nur noch eine Frage der Finanzierung zu sein.

Die Tunnel der "Sauschwänzlebahn" unterscheiden sich in drei Kategorien:

  • Wasserscheide-Tunnel | unterquert eine Wasserscheide
  • Sporntunnel | durchfährt eine Bergnase (= Sporn)
  • Steigungstunnel | lediglich zur Gewinnung an Höhe angelegt

Buchbergtunnel

Buchbergtunnel Nord

Der zwischen 1887 und 1890 erbaute Buchbertunnel hat eine Länge von 805 Metern und ist der einzige Tunnel der Strecke mit einem fast durchgehenden geraden Verlauf. Unter braunem und weißem Juragestein wurde, bei einer Gebirgsüberlagerung von ca. 50 Metern, der Hauptkamm des Randengebirges durchstossen und damit die Verbindung vom Aitrachtal zum Kommental hergestellt. Im Buchbergtunnel wird auch die Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Donau, also dem Atlantik und dem Schwarzen Meer, unterquert.

  • Tunnelgattung: Wasserscheide-Tunnel
  • Länge: 805 m
  • Gebirgsüberlagerung: 50 m

Tunnel am Achdorfer Weg

  • Tunnelgattung: Sporntunnel
  • Länge: 540 m
  • Gebirgsüberlagerung: 50 m

Stockhalde Kreiskehrtunnel

Tunnelbau Stockhalde Kreiskehrtunnel

Im Gegensatz zu den anderen Tunnels der Wutachtalbahn wurde der "Große Stockhalde - Kreiskehrtunnel" zusammen mit dem "Kleinen Tunnel in der Stockhalde" zwischen 1887 und 1889 ausschließlich zur Gewinnung von Höhe angelegt. Im Inneren des Bergs wird bei einer Gebirgsüberlagerung von 60 Metern auf einer Länge von 1700 Metern 15,5 Meter Höhe gewonnen. In Fahrtrichtung Blumberg gesehen, beschreibt die Tunnelröhre einen vollständigen Kreis von 360 Grad nach links mit 700 Metern Durchmesser. Diese Tunnelform wird deshalb auch als Schraub- und Spiraltunnel bezeichnet. Folgende Besonderheiten sind bemerkenswert:
Der Große Stockhalde - Kreiskehrtunnel ist der einzige Tunnel dieser Bauart in Deutschland und zugleich der zweitgrößte in Europa. Er ist der einzige Spiraltunnel der Welt im Verlauf einer Mittelgebirgsbahn, da diese Tunnelform im Allgemeinen sonst nur im Hochgebirge zur Anwendung kommt.

Aus dem Vergleich einer solchen Spirale mit einem geringelten Schweineschwänzchen entstand auch der Name "Sauschwänzlebahn".

  • Tunnelgattung: Steigungs- und Kreiskehrtunnel
  • Länge: 1700 m
  • Gebirgsüberlagerung: 60 m

Weiler Kehrtunnel

  • Tunnelgattung: Steigungstunnel
  • Länge: 1205 m
  • Gebirgsüberlagerung: 170 m

Tunnel in der kleinen Stockhalde

  • Tunnelgattung: Sporntunnel
  • Länge: 540 m
  • Gebirgsüberlagerung: 50 m

Grimmelshofer Tunnel

  • Tunnelgattung: Sporntunnel
  • Länge: 225 m
  • Gebirgsüberlagerung: 60 m